Nachdem Reich-Ranicki den Fernsehpreis abgelehnt hat kam es am heutigen Abend zu einer Diskussion mit Gottschalk dabei zitierte er - wie ich meine zu Recht:
Es ist nicht wahr, was man gewöhnlich behaupten hört, daß das Publikum die Kunst herabzieht; der Künstler zieht das Publikum herab, und zu allen Zeiten, wo die Kunst verfiel, ist sie durch die Künstler gefallen. Das Publikum braucht nichts als Empfänglichkeit, und diese besitzt es. Es tritt vor den Vorhang mit einem unbestimmten Verlangen, mit einem vielseitigen Vermögen. Zu dem Höchsten bringt es eine Fähigkeit mit; es erfreut sich an dem Verständigen und Rechten, und wenn es damit angefangen hat, sich mit dem Schlechten zu begnügen, so wird es zuverlässig damit aufhören, das Vortreffliche zu fordern, wenn man es ihm erst gegeben hat.
Friedrich Schiller in der: "Braut von Messina"
Friday, October 17, 2008
Thursday, October 16, 2008
weil und wozu
Wenn wir unser Leben oder die Geschichte betrachten fragen wir gern nach Ursachen. Der dreißigjährige Krieg ging zu Ende, weil..... usw. Tatsächlich sind dies oft unbeweisbare Behauptungen, die lediglich auf Grund einer oberflächlichen narrativen Struktur hin plausibel erscheinen und bei genauerer Betrachtung in sich zusammenbrechen. In der Regel sind die meisten Ereignisse so komplex, dass wir die Frage nach dem "weil" garnicht beantworten können.
Die Frage nach dem "wozu" erscheint noch schwieriger, da sie in die Zukunft weist. Letztlich liegt die Antwort dann auch in der Freiheit des Fragenden. Ein religiöser Mensch mag sie vielleicht an eine Gottheit delegieren:
"Gott hat mir mit diesen Ereignis den Weg in diese oder jene Richtung weisen wollen". Diese religiöse Sichtweise ist nicht zu verachten, da im Hintergrund immer auch ein Wertekanon aktiviert wird.
Wie auch immer der Mensch sich die Frage nach dem "Wozu" auch stellt, es bringt ihn auf seinem Lebensweg voran, während die Frage nach dem weil oder warum letztlich in die Irre führen muss.
Wednesday, October 15, 2008
Saturday, October 11, 2008
Dem unbekannten Gott
Bekanntlich hat Paulus bei seiner Areopagrede die Athener gelobt, weil sie einen Tempel dem unbekannten Gott gewidmet hatten. Gemeinhin wurde das als Kunstgriff verstanden um den angesprochenen Griechen den Sohn des jüdischen Gottes Jahwe Christus unterzujubeln.
Obwohl Paulus mit seiner Absicht gescheitert ist, wurde diese Rede Teil der Geschichte.
Vielleicht hat der Völkerapostel aber viel mehr gemeint. Den unbekannten Gott verehrten die Griechen demnach nicht, weil sie ihn zufällig nicht kannten und sicherheitshalber seinen Zorn vermeiden wollten. Immerhin sollen Götter es ja gelegentlich übelnehmen, wenn man sie nicht angemessen verehrt. Wenn Paulus nur das gemeint hätte, dann wäre es letztlich ein plumper Predigtstil gewesen.
Interessanter wäre es, wenn er den Griechen einen Gott erzählen wollte, der trotz aller Offenbarung und Verkündigung ein unbekannter Gott bleibt.
Obwohl Paulus mit seiner Absicht gescheitert ist, wurde diese Rede Teil der Geschichte.
Vielleicht hat der Völkerapostel aber viel mehr gemeint. Den unbekannten Gott verehrten die Griechen demnach nicht, weil sie ihn zufällig nicht kannten und sicherheitshalber seinen Zorn vermeiden wollten. Immerhin sollen Götter es ja gelegentlich übelnehmen, wenn man sie nicht angemessen verehrt. Wenn Paulus nur das gemeint hätte, dann wäre es letztlich ein plumper Predigtstil gewesen.
Interessanter wäre es, wenn er den Griechen einen Gott erzählen wollte, der trotz aller Offenbarung und Verkündigung ein unbekannter Gott bleibt.
Thursday, October 09, 2008
Erntedank
Sollte man das alte Erntedankfest in unserer Zeit lieber abschaffen? Die Bauernschaft ist letztlich zu einer hochsubventionierten Interessengruppe degeneriert. Der Verweis auf Länder, in denen Menschen hungern - immerhin 60% der Menschheit - hilft dem Prediger auch nicht unbedingt weiter.
Vielleicht wäre es ja ein neuer und wichtiger Ansatz, das alte Erntedankfest als ein wirkliches Fest der Freude und der Bejahung der Schöpfung zu sehen. Die Frankfurter Schule und die RAF haben die Welt als Hölle begriffen, die überwunden werden muss. Die evangelische Theologie kennt die natura corrupta. Man sollte all diesen Gedanken ein mutiges "Ja" zur gottgeschaffenen Welt entgegenhalten. Mag die Welt durch Sündenfall und immer neue Sünde beeinträchtigt sein. Sie ist immer wieder wunderbar, diese Welt, die Gott uns geschenkt hat.
Vielleicht wäre es ja ein neuer und wichtiger Ansatz, das alte Erntedankfest als ein wirkliches Fest der Freude und der Bejahung der Schöpfung zu sehen. Die Frankfurter Schule und die RAF haben die Welt als Hölle begriffen, die überwunden werden muss. Die evangelische Theologie kennt die natura corrupta. Man sollte all diesen Gedanken ein mutiges "Ja" zur gottgeschaffenen Welt entgegenhalten. Mag die Welt durch Sündenfall und immer neue Sünde beeinträchtigt sein. Sie ist immer wieder wunderbar, diese Welt, die Gott uns geschenkt hat.
Wednesday, October 08, 2008
Finanzkrise II
Der heilige Vater hat es deutlich gesagt:"Geld ist eigentlich nichts wert, es ist nur eine Fiktion. Vertrauen sei wichtig"
Interessanterweise wird genau das seit Tagen immer deutlicher: Billionen sind irgendwie verschwunden. Schuld sei das mangelnde Vertrauen der Banken untereinander. Die Regierungen sind offensichtlich völlig ratlos. Island faktisch bankrott. Es wird nur noch an den Phänomenen laboriert. Die Nationen entfalten plötzlich viel Egoismus. Interessant auch wieviel Gelder zur Rettung von Banken plötzlich da sind. Früher wurde bei wichtigen ANliegen um jede Mark bzw. jeden Euro gefeilscht.
Interessanterweise wird genau das seit Tagen immer deutlicher: Billionen sind irgendwie verschwunden. Schuld sei das mangelnde Vertrauen der Banken untereinander. Die Regierungen sind offensichtlich völlig ratlos. Island faktisch bankrott. Es wird nur noch an den Phänomenen laboriert. Die Nationen entfalten plötzlich viel Egoismus. Interessant auch wieviel Gelder zur Rettung von Banken plötzlich da sind. Früher wurde bei wichtigen ANliegen um jede Mark bzw. jeden Euro gefeilscht.
Friday, October 03, 2008
Ave Maria
Jeder Katholik kennt das "Ave Maria" und hat es unzählige Male gebetet. Man hält es für ein Gebet der Verehrung, dass sich an Maria richtet. Soweit so gut. Die Worte sind ja die Worte, die der Engel spricht. Der ist freilich ein Bote Gottes und somit spricht Gott selber zu Maria. Wenn wir nun dieses Gebet sprechen dann erinnern wir uns an das erste Ave des Engels. Die Worte an eine junge Frau aus Israel, die Mensch war wie wir, richten sich aber letztlich dann an uns alle: "Seid gegrüßt, ihr seid voll der Gnade, der Herr ist mit euch. Ihr seit gesegnet unter den Menschen. Denn gesegnet ist der, der unter euch war und ist und bleiben wird, Jesus, der Heiland.
Demut
Die heilige Theresa von Avila hat uns gelehrt, dass echte Demut zur Heiterkeit führt. Ein wunderbarer Gedanke.
Die Tugend der Demut ist heute nicht sehr populär. Sie gilt eher als altmodisch. Heute meint man, komme es darauf an, sich gut verkaufen zu können. Ist jemand, der sich verkauft nicht eine/ein Prostituierter?
Aus der Vergangenheit gibt es zahlreiche Geschichten von Herrschern, die sich als Bettler oder Bauer usw. verkleidet unter das Volk mischen um zu lernen. Dazu ist Demut notwendig. Man könnte einwenden, ja leicht machbar, wenn man nur seine Tarnung abwerfen muss und als der erkannt wird, der man wirklich ist. Ungleich schwerer ist es, wenn man ein Bettler ist und demütig um eine Gabe bitten muss, um zu überleben.
Wenn wir in der Welt unterwegs sind, dann sind wir auch verkleidet und getarnt. Man sieht uns doch nicht an, dass wir Kinder Gottes sind. Wir können es leicht tragen, demütig zu sein und dabei uns sogar erheitern. Wir können gelegentlich vielleicht auch zeigen, dass wir Königskinder sind.
Die Tugend der Demut ist heute nicht sehr populär. Sie gilt eher als altmodisch. Heute meint man, komme es darauf an, sich gut verkaufen zu können. Ist jemand, der sich verkauft nicht eine/ein Prostituierter?
Aus der Vergangenheit gibt es zahlreiche Geschichten von Herrschern, die sich als Bettler oder Bauer usw. verkleidet unter das Volk mischen um zu lernen. Dazu ist Demut notwendig. Man könnte einwenden, ja leicht machbar, wenn man nur seine Tarnung abwerfen muss und als der erkannt wird, der man wirklich ist. Ungleich schwerer ist es, wenn man ein Bettler ist und demütig um eine Gabe bitten muss, um zu überleben.
Wenn wir in der Welt unterwegs sind, dann sind wir auch verkleidet und getarnt. Man sieht uns doch nicht an, dass wir Kinder Gottes sind. Wir können es leicht tragen, demütig zu sein und dabei uns sogar erheitern. Wir können gelegentlich vielleicht auch zeigen, dass wir Königskinder sind.
Begegnung
Ein Humorist unserer Tage hat einmal auf die Frage, wie man einen Partner kennen lernen könne, geantwortet: "Man muss das Haus verlassen, es sei denn, Du stehst auf Briefträger oder Zeugen Jehovas" Umgekehrt hat Karl Valentin mal sinngemäß gesagt: " Ich will heute zu mir kommen, hoffentlich bin ich da"
Wie kann ich anderen Menschen begegnen? Ich muss aus mich herausgehen und ich muss bei mir sein. Das klingt herrlich widersprüchlich - stimmt aber trotzdem. Ich kann niemanden begegnen, wenn ich mich in mein Schneckenhaus zurückziehe. Mir kann niemand begegnen, wenn ich nie bei mir selbst bin.
Pfarrer kokettieren manchmal damit, dass ihnen vorgeworfen wird, nie da zu sein und gleichzeitig nicht auf die Leute zu zugehen. Vielleicht kommen diese scheinbar widersprüchlichen Vorwürfe daher, dass sie beide stimmen: Wenn er mal nicht da ist, dann ist er trotzdem nicht bei anderen (Gemeindemitgliedern z.B.), wenn er aber da ist, ist er trotzdem nicht für andere da.
Wie kann ich anderen Menschen begegnen? Ich muss aus mich herausgehen und ich muss bei mir sein. Das klingt herrlich widersprüchlich - stimmt aber trotzdem. Ich kann niemanden begegnen, wenn ich mich in mein Schneckenhaus zurückziehe. Mir kann niemand begegnen, wenn ich nie bei mir selbst bin.
Pfarrer kokettieren manchmal damit, dass ihnen vorgeworfen wird, nie da zu sein und gleichzeitig nicht auf die Leute zu zugehen. Vielleicht kommen diese scheinbar widersprüchlichen Vorwürfe daher, dass sie beide stimmen: Wenn er mal nicht da ist, dann ist er trotzdem nicht bei anderen (Gemeindemitgliedern z.B.), wenn er aber da ist, ist er trotzdem nicht für andere da.
Wednesday, October 01, 2008
Brandenburger CDU
Mit dem Rücktritt von Herrn Junghans wird fest gerechnet. Die Frage ist, wer die Nachfolge antreten wird. Frau Prof. Johanna Wanka soll sich noch nicht positioniert haben. Barbara Richstein gilt als Favoritin.
Auf jeden Fall sollte die Union allmählich mal die Reihen schließen, wenn sie denn Wahlen auch in Brandenburg gewinnen will.
Auf jeden Fall sollte die Union allmählich mal die Reihen schließen, wenn sie denn Wahlen auch in Brandenburg gewinnen will.
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