In Lübben wird weiter gepflastert
Wie könnte der Lübbener Straßenzug Am Schutzgraben, Am kleinen Hain und Brauhausgasse nach seiner Sanierung aussehen?Voraussichtlich ab dem nächsten Jahr wird die Straße Am kleinen Hain saniert. Dafür hat Architekt Heinz Nagler vorgeschlagen, die Fläche vor der Feuerwache zu beräumen, um einen freien Blick auf den Giebel des Schlosses zu haben. Für die Schüler der Spreewald-Schule, die mit dem Bus fahren, könne eine Wartefläche anstelle des Heizhauses angelegt werden, das abgerissen werden soll. Foto: I. Schirling
Der Straßenzug, der das Lübbener Zentrum im Norden begrenzt, ist der letzte im Sanierungsgebiet Altstadt, der neu gestaltet werden soll. Von einer «relativ monotonen, tristen Angelegenheit» sprach Nagler mit Blick auf die einseitige Bebauung mit Wohnblöcken Am kleinen Hain. Die Straße Am Schutzgraben dagegen sei mit ihrem alten Pflaster und den breiten Bordsteinen «mittelalterlich kleinräumig und schön» . Allen drei Straßen sei «vor allem bei Regen anzusehen, dass sie erneuerungsbedürftig sind» .
Sie sollen mit den bereits sanierten Straßen und dem Marktplatz optisch eine Einheit bilden, sagte Frank Neumann, Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung. Das würde Pflaster bedeuten. Trotzdem präsentierte Nagler verschiedene Varianten, die von kompletter Pflasterung über Pflaster und Asphalt im Wechsel bis hin zu einer durchgehenden Asphaltfahrbahn für Am kleinen Hain zwischen der Feuerwache und Am Schutzgraben reichten.
Letztere Variante sagte Rolf Quasdorf (CDU) zu. «Dort schlafen Leutchen, und ein Wechsel von Pflaster und Asphalt gibt unheimlich Lärm.» Sabine Minetzke, sachkundige Einwohnerin, erklärte: «Ein häufiger Wechsel von Asphalt und Pflaster sieht aus wie gewollt und nicht gekonnt.» Zwar mache Granitpflaster «etwas mehr Krach, aber es passt zu der Stadt» . Ulrich Krumpe, sachkundiger Einwohner, sprach sich ebenfalls dafür aus, in das Stadtzentrum mit Schwarzdecke keinen Stilbruch zu bringen.
Quasdorf gefiel die Idee des Architekten, die Fläche vor der Feuerwache zu beräumen, um freien Blick auf den Giebel des Schlosses am Hain zu bekommen. Was Naglers Vorstellung von einer Baumreihe entlang der Straße vor den Wohnblöcken betraf, sagte Quasdorf: «Bäume sind nicht nur etwas Schönes. Sie werfen auch Laub ab, was bei Nässe gefährlich werden kann. Außerdem handelt es sich um die Nordseite der Häuser. Deshalb sollten die Bäume klein gehalten werden, damit es nicht zu dunkel für die Bewohner wird.»
Zu den Vorstellungen des Architekten gehört auch, das Vorfeld der katholischen Kirche neben der Schule mit einem kleinen Baumhain aufzuwerten. «Das ist eigentlich ein schöner Bereich. Es kann nicht sein, dass er als Schulfläche nur von 9 bis 14 Uhr genutzt wird» , begründete Nagler. Seiner Ansicht nach «müssten auch die Zukunft der Feuerwehr an diesem Standort überdacht und Optionen für dieses Feld entwickelt werden» – ein Denkanstoß, den Rolf Quasdorf als «nicht neu» bezeichnete.
Gleiches gilt für die Zukunft des Gewerbegeländes Am kleinen Hain, dem ehemaligen KIB. In der längerfristigen Planung der Stadt ist dort Wohnbebauung vorgesehen. Dafür spreche «die wunderbare innerstädtische Lage» , sagte Nagler. Er wünsche sich auch eine Diskussion über die Idee, ein Fließ vom Schutzgraben entlang der Straße Am kleinen Hain anzulegen, das in Höhe der Feuerwache in die Spree münden könnte. Habe es doch früher dort tatsächlich Fließe gegeben. «Das kommt vielleicht etwas spinnert daher. Aber es könnte als Option für die Zukunft geplant werden und wäre für das Image und das Stadtbild gut.»
Sabine Minetzke mahnte eine Aufweitung der Fahrbahn für die Haltestelle der Schulbusse an, sonst könne es bei einer Begegnung von Bus und Lkw eng werden. «Dass sich dort ein Lkw und ein Bus begegnen, ist ein Sonderfall. Und ich lege keine Stadt für Sonderfälle an» , stellte Nagler eine Prämisse seiner Arbeit klar.
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